Die Inseln

Die Entstehung der kanarischen Inseln verlief in 4 Phasen und begann vor 36 Millionen Jahren mit einer Serie submariner Eruptionen. Fuerteventura und Lanzarote entstanden in einem Zeitraum vor 22 bis 15 Millionen Jahren und bildeten zur letzten Kaltzeit eine Insel. Heute sind sie durch einen 10 km breiten und nur 40 m tiefen Kanal getrennt. Die 3. Phase dauerte von 14,5 Millionen Jahre bis 11 Millionen Jahre und es entstanden Gran Canaria, Teneriffa und La Gomera. Nach einer langen Pause setzte die 4. Entstehungsphase ein. La Palma und El Hierro sind nur 2 bzw. 1,2 Millionen Jahre alt.  

Die Vulkane der Kanaren förderten überwiegend basaltische Laven, die reich an Olivin sind. Der Pico del Teide bildet hier die Ausnahme und förderte auch Trachyt und Phonolith.

Die Inseln begannen alle als große Schildvulkane. Erosion, Flankenkollapse und erneute Vulkanausbrüche veränderte ihr Gesicht und prägten die Landschaft. Auf Gran Canaria, La Palma und Teneriffa formten große Ausbrüche nach den heißen Entstehungsphasen große Calderen.

Der prominente Vulkan der Kanarischen Inseln ist der Pico del Teide auf Teneriffa. Mit einer Höhe von 3718 Metern ist er zugleich der höchste Berg Spaniens. Sein letzter großer Ausbruch liegt schon einige Jahrhunderte zurück und fand im Jahr 1492 statt.

Landschaftlich nicht minder spektakulär sind die Montañas del Fuego im Timanfaya Nationalpark auf der Insel Lanzarote. Das Vulkanfeld monogenetischer Schlackenkegel entstand während einer 6 jährigen Eruptionphase zwischen 1730 und 1736. Die Einheimischen sind davon überzeugt, dass eine Marienfigur die Lava kurz vor ihrem Dorf stoppte. Einige Jahre später wurde der „Virgen de los Volcanes“ eine Kapelle bei Mancha Blanca errichtet. Bei den letzten Ausbrüchen im 1824 stoppte die Lava kurz vor der Kapelle.

Auf La Palma ereignete sich im Oktober 1971 der vorletzte Vulkanausbruch auf den Kanarischen Inseln. Der Vulkan Teneguia war 3 Wochen lang aktiv und förderte einen Lavastrom der sich am Südende der Insel in den Atlantik ergoss. So entstand neues Land. Der monogenetische Schlackenkegel bildete sich am Fuße des älteren Vulkans San Antonio.

Auf der jüngsten Insel El Hierro gab es 2012 einen Ausbruch. Unter dem Vulkan Tanganasoga, der in der Bucht von El Golfo liegt, manifestierten sich vorher mehr als 8.500 Beben. Zudem erhöhte sich die Hangneigung und der Vulkan blähte sich um einige Zentimeter auf.
El Hierro ist mit einer Fläche von 268 Quadratkilometern und ca. 10.500 Einwohnern die kleinste der Kanarischen Inseln. Sie hat die Form eines „Y“, da sie am Schnittpunkt dreier Spaltensystem im Meeresgrund entstand.

Information http://www.vulkane.net/vulkane/kanaren/kanaren.html

 

Geschichtliches in Kurzform

Bereits die Griechen und Römer berichten von diesem Archipel vulkanischen Ursprungs und gaben ihm wohlklingende Namen: Glückliche Inseln, Garten der Hesperiden, … Manche Historiker vermuten, daß sich der legendäre versunkene Kontinent Atlantis hier befunden haben könnte. Die ursprüngliche Bevölkerung der kanarischen Inseln, die sogenannten Guanchen, bestanden aus zwei Gruppen. Die einen waren von hoher Gestalt und heller Haut, die anderen eher dunkelhäutig und gedrungen.

Die Wirtschaft basierte auf der Selbstversorgung durch Landwirtschaft und Viehzucht.  Anfang des 11. Jahrhunderts kamen die ersten europäischen Entdecker und Seefahrer. 1496 wurden die Inseln von der spanischen Krone einverleibt, womit der ursprünglichen Lebensform der Urbevölkerung ein Ende gesetzt wurde. Die Schiffe von Christoph Kolumbus machten hier Station auf einer ihrer Entdeckungsreisen in die Neue Welt und hinterließ bedeutende Relikte seiner Aufenthalte.

Die Kolonisierung der Inselgruppe erfolgte schrittweise durch die Spanier, die Portugiesen, die Genuesen, die Flamen, die Engländer und Iren, die sich der Produktion und Kommerzialisierung der verschiedenen Ausfuhrprodukte widmeten, wie Zuckerrohr, Wein, Karmin, Bananen, Tomaten und Kartoffeln.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die moderne Epoche der Inseln, mit einer auf das Ausland gerichteten Wirtschaft.
Um die kanarischen Häfen herum (für europäische Schiffe Anlaufstation auf dem Weg nach Afrika, Asien oder Amerika) entwickelten sich große wirtschaftliche Aktivitäten, die Arbeitskräfte anzogen .
Ein intensiver städtebaulicher Prozess begann, der die zunehmende Abnahme der Dorfbevölkerung zur Folge hatte und sich ab 1960 mit der touristischen Entwicklung noch weiter verstärkt.